MUS-E® an der Neckarschule

Koordination: Ingrid Schmidt-Wackerow

Seit dem Schuljahr 2023/24 ist die Neckarschule in Mannheim-Neckarstadt eine MUS-E® Schule.


Schuljahr 2024/25

1. Halbjahr: Spiel mit mir! | Klasse 3c

wertschätzendes Feedback geben • hierarchiefreies Arbeiten • Fokus auf Spaß und Frieden • Selbstvertrauen • intensive Sprachförderung 

Das Projekt „Spiel mit mir!“ mit MUS-E® Künstlerin Kerstin Kiefer bot der Klasse 3c einen geschützten Raum, in dem sich jede:r entsprechend der eigenen Möglichkeiten ausprobieren konnte. Ein ritualisierter Beginn stärkte das Gemeinschaftsgefühl und schuf eine wertschätzende Atmosphäre, in der alle selbst entscheiden konnten, wie mutig sie sich zeigen oder ob sie sich auch einmal zurücknehmen wollten. Durch Improvisationsaufgaben übten die Kinder, eigene Ideen zu präsentieren und sich auf ungeplante Spielsituationen einzulassen. 

 

Dabei stand die Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen anderer stets im Vordergrund. Im freien Rollenspiel in wechselnden Gruppen erprobten sie das hierarchiefreie Arbeiten, während gezielte Spiele das strategische Denken und emotionale Ausdrucksvermögen förderten. Besonders eindrücklich war eine Übung mit Gefühlskarten: Jedes Kind konnte sich einen einfachen Satz aussuchen – etwa „Mein Name ist Lisa, und ich habe eine Katze“ – und ihn in unterschiedlichen Emotionen wie Freude, Wut oder Angst vortragen. Die Klasse bestärkte jeden Versuch mit Applaus, wodurch alle ermutigt wurden, sich auszuprobieren. Auch Kinder mit Sprachhürden nahmen dieses Angebot mit Begeisterung an und fanden im Spiel neue Ausdrucksmöglichkeiten.

1. Halbjahr: Spiel mit mir! | Klasse 4b

intensive Sprachförderung • Ablegen des Schwarz-/Weißdenkens • Trainieren von Gruppenarbeiten • Selbstvertrauen 

Das Projekt „Spiel mit mir!“ mit MUS-E® Künstlerin Kerstin Kiefer bot der Klasse 4b eine spielerische und zugleich herausfordernde Auseinandersetzung mit zwischenmenschlicher Kommunikation und kreativem Ausdruck. Jede Stunde begann ritualisiert mit einem Bewegungskreis, in dem die Kinder aufmerksam beobachteten und das Gesehene nachahmten. Ein besonderes Element war das Mimik- und Sprachspiel „Schön, dass du da bist!“, das von der Klasse begeistert aufgenommen und oft ausgedehnt wurde. 


Der Fokus lag durchgängig auf der Freude am gemeinsamen Spiel – eine Herausforderung, da die Rahmenbedingungen nicht selbst gewählt worden waren. Das aktive Arbeiten in von außen festgelegten Gruppen verlangte von den Kindern ein hohes Maß an Reflektionsfähigkeit: Wann war es sinnvoll, sich zurückzunehmen? Wann war es wichtig, sich einzubringen? Was förderte den kreativen Prozess und was hemmte ihn? Durch diese Erfahrungen lernten die Schüler:innen, sich in einer heterogenen Gruppe hierarchiefrei zu organisieren und in einem respektvollen Miteinander kreative Lösungen zu entwickeln.

1. Halbjahr: Empfindsames Hören und lebendiges Musizieren

Wecken der Entdeckerfreude • Geduld und Konzentration • Gruppendynamik • Musikinstrumente kennenlernen  Entwicklung eines Gefühls für die eigene Stimme 

Das Projekt „Empfindsames Hören und lebendiges Musizieren!“ mit MUS-E® Künstler Johannes Santos bot der Klasse 4c eine intensive musikalische Erfahrung, die sowohl das Gemeinschaftsgefühl als auch das soziale Miteinander stärkte. In einer Klasse, die durch Zusammenlegungen und mehrfachen Lehrer:innenwechsel wenig kooperativ und unkonzentriert war, sorgte der eher lehrerzentrierte Unterricht für Struktur und Orientierung. Die Schüler:innen entdeckten und erlebten Geräusche und Klänge durch die Bearbeitung von Alltagsgegenständen und das Spielen mit Klangflächen und Rhythmen. Dies weckte bei vielen die Freude am Lernen. Durch das Musikstück „Peter und der Wolf“ kamen sie aktiv mit klassischer Musik in Berührung und erfuhren mehr über Holzblasinstrumente. Neben alternativen Übungen zur Stimmbildung sangen die Kinder Klang- und Bewegungslieder sowohl im Chor als auch in einzelnen Soli. Mit Klangröhren, Zimbeln und Becken wurden Bewegungsstücke im Bereich der Audiopädie erarbeitet. Trotz der anfänglichen Herausforderungen entwickelte sich das Projekt zu einem wertvollen Beitrag für die Klassengemeinschaft und das musikalische Ausdrucksvermögen der Schüler:innen.


Schuljahr 2023/24

2. Halbjahr: Empfindsames Hören und lebendiges Musizieren

Bei sich sein • Zuhören • Geduld • Spielen in Gruppen und Fokus auf die anderen • Ordnung halten • Kreativität

Im Projekt "Empfindsames Hören und lebendiges Musizieren" mit MUS-E® Künstler Johannes Santos in der Klasse 3b wurde der Fokus auf die Reduktion der Reizüberflutung und die Wiederentdeckung des Lauschens gelegt, um die Kinder zum lebendigen Musizieren zu führen. Die Schüler:innen erzeugten Geräusche und Klänge mit Alltagsgegenständen. Sie experimentierten mit Gummis, um Saiteninstrumente kennenzulernen, und pusteten durch Strohhalme, um Oboen-Klänge zu erzeugen. So verstanden sie, wie Instrumente in der Frühzeit entstanden sind. Darüber hinaus gab es viele Percussion- und Klangexperimente mit Trommeln und Klangröhren. Die Klasse erkannte, dass es einige Zeit des Probens bedurfte, bis ein harmonisches musikalisches Spiel entstand. In verschiedenen Geschwindigkeiten spielten die Kinder gemeinsam motorische Rhythmen. Sie lernten klassische Stücke wie "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew sowie "Der Kuckuck" von Camille Saint-Saens kennen. Besondere Resonanz fand der Rätsel-Blues "88 Tasten", der ein intensives Chorgefühl in der Klasse erzeugte. Das Projekt zeigte deutlich, wie wichtig es ist, in einer Zeit der Reizüberflutung das Lauschen und das gemeinsame Musizieren zu fördern.


2. Halbjahr: Gemeinsam sind wir stark

Teamarbeit • Präsentationsfähigkeit • Mut • Klassenzusammenhalt

Das Projekt "Gemeinsam sind wir stark" mit MUS-E® Künstlerin Kerstin Kiefer in der Klasse 3d zielte darauf ab, eine neu zusammengesetzte Klasse zu einer starken Gemeinschaft zusammenzuschweißen. Im Verlauf des Halbjahres wurden zahlreiche Teamspiele und Gruppenarbeiten durchgeführt. Neben freiem Rollenspiel übten die Schüler:innen in zufällig zusammengestellten Gruppen hierarchiefreies Arbeiten. Ein zentrales Spiel war "Ameisenbär", bei dem die Gruppe strategisch agieren musste. Im "Emotionskreis" wurden verschiedene Gefühlskarten im Kreis ausgelegt, und jede:r Schüler:in wählte einen einfachen Satz aus, der vor der Klasse in verschiedenen Gefühlen (verliebt, wütend, freudig und ängstlich) ausprobiert werden durfte. Die Klasse unterstützte jeden Versuch mit tosendem Applaus, wodurch die Teilnehmer:innen ermutigt wurden, sich auszuprobieren. Das Einstudieren des Liedes "Meine Mama hat gesagt" von Esther Graf, SDP und Sido ermöglichte der Gruppe, die Grundlagen des Präsentierens zu üben. Sie lernten laut genug zu singen, deutlich zu sprechen, während des Liedes fokussiert zu bleiben und Begeisterung bei der selbst entwickelten Choreographie auszustrahlen. Bei der Vollversammlung im Schulhof glänzte die Klasse mit einem gemeinsamen Auftritt, was zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein und einem stärkeren Klassenzusammenhalt führte.


1. Halbjahr: Experimentelles Arbeiten mit Papieren

gegenseitige Aufmerksamkeit • Wertschätzung und Interesse • Nachhaltigkeit • Selbstvertrauen • Ausprobieren • Intuition

Das Projekt mit MUS-E® Künstlerin Cynthia Haag wurde durch einen experimentellen Umgang mit dem angebotenen Material geprägt. Die Kinder der Klasse 3b konnten so viele neue Erfahrungen in verschiedenen Bereichen sammeln, aber auch auf Vorerfahrungen zurückgreifen. Einzelne Projekte waren: Papierschöpfen aus Altpapier und Naturmaterialien, experimentelles Malen mit natürlichen Farbstoffen, Nachempfinden eines Motives mit Naturfarben auf Papieren, Herstellen von Buchdeckel – und Rücken mit eigenen Motiven, Gestalten der Buchseiten mit selbstgeschöpftem Papier, Schnipselbilder nach eigenem Entwurf, Herstellen und Verzieren von passendem Bilderahmen. Bei allen Aufgaben war ein offenes Ergebnis implizit. Bei allen Arbeiten stand der Entstehungsprozess im Vordergrund. Das explorative Tun ließ viel Freiraum für Zufallsprodukte und die Wahrnehmung der eigenen Entwicklung. Auch diese Prozesse wurden sprachlich nachvollzogen, indem über den Entstehungsprozess und eigene Empfindungen reflektiert wurde.

 

"Es hat mir gefallen, dass wir in der Gruppe gearbeitet haben."

"Ich hab mir eigentlich was anderes ausgedacht, aber dann ist dieses Bild entstanden, und es ist noch schöner."

"Es hat sich unheimlich gut angefühlt, das Reißen von dem Papier."

"Was rausgekommen ist beim Papierschöpfen, hätte ich mir nicht vorgestellt, das war eine Überraschung."


1. Halbjahr: Pappmaché – ein Buch herstellen

Förderung der Klassenidentität • Abbau von Ängsten • Scheu ablegen • Umsetzen eines Projekts in mehreren Schritten 

Im ersten Teil des Projekts mit MUS-E® Künstlerin Cynthia Wijono band jedes Kind der Klasse 3c ein Buch. Der Einband wurde selbst geschöpft und als Vorderseite ein Selbstportrait von sich mit Papiermaché gemalt. Ansonsten wurde der Einband mit unterschiedlichen Papieren und Farben frei gestaltet. Inhaltlich wurden die Seiten mithilfe verschiedener Aufgabenstellungen wie "Wie siehst du direkt nach dem Aufwachen aus?" oder "Stelle pantomimisch deinen Traumberuf dar" gegenseitig gestaltet. Im Anschluss wurde das Buch gebunden. Im zweiten Teil des Projekts zeichnete jeder in Teamarbeit einen Ausschnitt aus dem Klassenzimmer, der zuvor vom Partnerkind ausgesucht wurde. Der Ausschnitt wurde durch den Rahmen begrenzt, den man mit beiden Händen bildete. Die Zeichnung wurden ausgeschnitten und auf ein großes Papier geklebt, welches zu einem visuellen und abstrakten Klassenzimmer wurde. Anhand der Zeichnungen wurde erraten, wer welchen Ausschnitt im Klassenzimmer gewählt hatte.

 

"Ich fand das Papier machen toll, und ich fand toll, dass wir die Gesichter gemacht haben!"

"Das Modellzeichnen hat am meisten Spaß gemacht!"

"Ich mochte es, dass man beim Modellzeichnen nicht alles von den Menschen sehen konnte. Das war eine Herausforderung."